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Donnerstag, 3. Januar 2013

Mein Jahr 2012

Das Jahr 2012 konnte ja fast nur besser werden, nach dem turbulenten 2011. Angefangen hat das Jahr mit meinem Einzug in die WG, von dem ihr schon in dem einen oder anderem Blogpost mehr erfahren habt. Trotz der großen Erleichterung endlich wieder eine eigene Wohnung zu besitzen (nach der Kündigung meiner Wohnung, da ich mit meiner damaligen Freundin zusammenziehen wollte und dann schluss war, stand ich ja bekanntlich knapp 3 Monate ohne Wohnung da), konnte ich mich nicht lange darüber freuen, denn die Bewerbung für den Info-Master stand an.

Meine Willkommenheißung in der WG
Da ich eh schon länger als geplant für meinen Bachelor gebraucht habe, wollte ich nicht noch ein Semester verlieren, deshalb bewarb ich mich für den Master-Studiengang mit dem Plan einer Doppelimmatrikulation. Meine Bachelorarbeit war nämlich noch längst nicht fertig. Das hat glücklicherweise funktioniert.
Nachdem dann auch die wichtigste und letzte Prüfung für den BA Anfang Februar erfolgreich war, konnte die Anspannung mal für kurze Zeit weichen.

Dort begannen dann auch die legendären Donnerstage mit einem der beiden Mitbewohner, Berti. Meistens ging es zuerst ins Shisha und dann noch auf 2-3 Absacker in eine Absteigerkneipe. Vor allem die Gespräche mit dem Barmann hätten eigentlich für die Nachwelt aufgezeichnet werden müssen (scheiß Faulheit, dass das nicht passiert ist). Manchmal ist es auch eskaliert, aber auch da entstanden tolle Geschichten, wie Bertis bester Kumpel XY. Er prägte den Satz "und genau das ist der undasheeet (unterschied)". Er machte kurz nach diesem Abend seinen Traum einer kleinen Weltreise wahr und mahnte mich an, dass er meinen Einsatz für den Regenwald erst respektiert, wenn er ein Bild von mir in eben Diesem sieht.

Im März war es dann auch soweit, dass ich meinen Einzug endlich nachgefeiert habe. Und wie es sich für einen betrunkenen Kellerlanplayer gehört, habe ich meine Gäste nicht enttäuscht. Ich musste 2x in die Notaufnahme und durchlebte eine melancholische Phase nach der anderen. Yeah. Großen Dank an Alex und Berti, für alles Geleistete.
Trotz erfolgreicher Burnout-Woche, die ich eingeschoben habe um meinen Zielen (Sportlichkeit und Bachelorarbeit fertig zu bekommen), näher zu kommen, war ich offensichtlich noch nicht ganz zufrieden mit mir selbst. Um aus meinem Trott rauszukommen und mich von meinen Gefühlen abzulenken, machte ich das was ich immer tat: Mehr Sport.

Zwei wie Pech und Schwefel

So fing alles an
Die sportliche Phase klappte auch sehr gut, mindestens 5x Sport in der Woche, davon meist 1x Schwimmen 1-2x Laufen und 2-3x Fußball, dazu gemäßigtes Krafttraining waren anfangs zwar hart, aber sie haben mir wieder gezeigt, was in mir steckt. Der sportliche Höhepunkt war dann auch der Aufstieg unserer Fußball-Mannschaft ohne eine Niederlage. Zur Feier ging es nach Italien an den Gardasee. Top Wetter, hammergeiler Pool und meine Joggingausflüge durch den angrenzenden Weinberg waren ziemliche Erholung. Erstaunlicherweise ist es zu keinem größeren Zwischenfall gekommen, das kannte ich von meinem alten Heimatverein immer anders :D

Nachts auf Italiens Straßen

Doch dann kam, was kommen musste: Ich verletzte mich an einem Punkt, wo ich wirklich mit meiner Leistung zufrieden war und fast mein Idealgewicht erreicht habe. Da ich noch mitten im Bachelorarbeitsstress war, ging es am Anfang noch.

So dümpelte der Juli nur so vor sich hin und ich machte nichts außer zu arbeiten und dort meine BA fertig zu schreiben. Da die Verletzung eigentlich nicht schlimm war, hoffte ich spätestens im August wieder Sport treiben zu können.
Es kam natürlich so wies kommen musste und mein Sprunggelenk war nach 6 Wochen Ruhe immer noch auf dem Heilungsstand von einer Woche. Mit der BA lief es auch nicht. Ich hatte enorme Probleme bei der Prototypprogrammierung bei der mir nicht viel weitergeholfen werden konnte. Mit viel Panik und durchgemachte Nächte habe ich das genau zur Deadline mal wieder hingebogen. Alles verlief dann soweit gut und ich konnte sie am 21.08, 14 Tage vor dem Endtermin endlich abgeben.

Start unseres (erfolgreichen) Gaming-Blogs:

Gut, ich muss zugeben, es lag vielleicht auch an dem Start unserer Gaming-Plattform Gamebolds, welcher offiziell am 20.08 gestartet ist. Das hat auch mehr Arbeit verschlungen, als geplant. Ich glaube selten ist ein Hobbyprojekt ohne viel Geld so senkrecht gestartet wie unseres.
Neben der Gewerbeanmeldung und der Entscheidung Umsatzsteuer abzuführen, was vor allem einiges an buchhalterischer Arbeit bedeutet sind wir sehr schnell gewachsen. Neben den vier Gründungsmitgliedern haben wir in kürzester Zeit Zuwachs von 6 (noch unbekannten) Redakteuren bekommen. Schnell brach Unordnung und Unstrukturiertheit ein. Trotz Projektmanager-Erfahrung dank meiner Werksstudententätigkeit, war es doch interessant zu sehen, wie es bei einem neuen Projekt mit unterschiedlichen Charakteren Startschwierigkeiten gibt.
Diese konnten wir relativ gut nach dem zweiten Teamspeak-Treffen beheben. Generell dürften wir (wie gesagt für ein Hobby-Projekt) äußert professionelle Strukturen besitzen.
Krass ist auch, dass wir (dank der Anstrengung Aller) schon im November fast mit jedem namhaften Publisher/Entwickler zusammengearbeitet haben (d.h Rezensionsexemplare bekommen und eigenen Ansprechpartner erhalten). Zu nennen wäre da z.B Square Enix, Konami, Warner, Paradox, Ubisoft uvm. Aber vor allem mit zahlreichen Indie-Studios war der Kontakt sehr witzig. Mittlerweile ist der Gameblog auf 13 Leute angewachsen und im Dezember dürften wir die 15.000 Unique-Besucher knacken.

Zur Feier, bzw Vorbereitung des Starts und um mal wieder alle beisammen zu sein, ging es Anfang August noch an den "Voaddaweiher". Ein ziemlich geil gelegener Weiher von Achmets Vater mittem im Wald. Dort stellte sich heraus, dass sich Chevapchichi vortrefflich im Lagerfeuer zubereiten lässt.

Chillen am Steg

Gemütlich am Lagerfeuer

Achmets Einzug 

Berti war mittlerweile leider schon knapp 2 Monate in den USA. In der WG wurde es zunehmend langweiliger. Wir hatten zwar einen neuen Mitbewohner, aber den sah man höchstens zum pinkeln. Doch selbst seine Klogänge hat er ziemlich rationiert. Unser Plan eine "wilde Goas" (heiße Frau Anm. d. Red.) als Zwischenmieterin in die Wohnung zu holen, war so kurzfristig leider nicht in die Tat umzusetzen. Als das Gastspiel zu Ende war, zog Achmet (ist nur sein Spitzname) endlich ein. Die Gamebolds-WG war geboren.

Mein zwischenzeitlicher Versuch wieder ins Fußballtraining einzusteigen ist natürlich gründlich fehlgeschlagen und so war mein Heilungsfortschritt wieder bei 0. Langsam konnte ich mich mit dem Essen auch nicht mehr zurückhalten und so war der JoJo-Effekt unausweichlich. Glücklicherweise habe ich mit dem Krafttraining weitergemacht, sodass die Auswirkungen nicht so schlimm waren, wie im Jahr davor. Da war meine Krankenakte zu dem Zeitpunkt ähnlich.

So strichen die Wochen dank viel Arbeit für Gamebolds, anfängliche Studienmotivation und natürlich meinem Halbtagsjob so durchs Land. Doch das WG-Leben wurde wieder super. Es gab nie Streit wegen aufräumen, Essen besorgen, Kosten teilen oder Wohnzimmer Nutzung. Es ist fast wie in einer Kommune ohne Frauen. Jedem gehört alles, jeder trägt so viel bei, wie er kann. Die Bude war auch immer voll. Sei es zum Fußball schauen, zum spontanen Risiko-Match, einfach zum Wochenend-Besäufniss oder aber Chorknaben-Besuch von Alex zahlreichen Ensembles.

Verkleidungs-Wochen

Ende Oktober bis Mitte November waren dann die Verkleidungswochen. Eigentlich bin ich ja nicht so der Verkleidungstyp aber dank letztjähriger Silvester-Mottoparty bin ich dem nicht mehr negativ gestimmt. Zuerst veranstalteten wir in unserer Wohnung eine Hallo-Wien Party. Ziel war es, sich als österreichische Persönlichkeit zu verkleiden. Ich ging als Niki Lauda.

Hallo-Wien Gruppenphoto

Danach ging es zu einer Motto-Party von ein paar Bekannten und Alex's sehr guten Freunden mit dem Motto "Nicht von dieser Welt". Alex's Mutter nähte uns Yip Yip (die Aliens aus der Sesamstraße) Kostüme. Wir waren zwar ein beliebtes Motiv, aber die Kleinigkeit, dass man mich (rosa Kostüm) für seine Freundin halten könnte, haben wir erst auf der Party umrissen.
Es war trotz alledem ein super Abend und die Blicke, als ich alleine in den 100m entfernten MC-Donalds gegangen bin, um Essen zu besorgen, waren die Mühe schon Wert :D

Blau Alex, Rosa Ich

Sie wollten alle nur meinen Körper

Wer schleicht sich denn da ins Bild


Projekt Madagaksar 


Auch wenn mein Regenwald- und Umweltblog Blog2Help dieses Jahr leider ein bisschen an meinen anderweitigen Tätigkeiten leiden musste, liegt mir das Thema Umweltschutz natürlich immer noch sehr am Herzen. Ich versuche auch das weiter voran zu treiben.
Gut, dass Alex mich auf den Infoabend unseres ehemaligen englisch Professor aufmerksam gemacht hat. Am 5. November hörten wir uns also alles über sein Projekt, welches er seit 2006 in Madagaskar betreibt an. Die Kurzfassung ist: Er versucht durch Sprachunterricht mithilfe von seinen Studenten den Öko-Tourismus voranzutreiben. Viel viel mehr Infos gibt es dazu von mir in den nächsten Wochen bei dem Relaunch von Blog2Help!
Trotz des Umstandes, dass man die Kosten selbst übernehmen muss, gab es über 50 Interessenten und nur für 6 Leute ist Platz. Die erste Hürde mit dem Motivationsschreiben habe ich gut gemeistert. Ok, ich glaube, keiner konnte mit einem der größten Regenwald-Blogs Deutschlands dagegen halten.
Aber da war ja auch noch die nächste Hürde: Das persönliche Gespräch. Natürlich muss er sein Team maßgeblich so auswählen, dass er das Gefühl hat, dass wir das Projekt vorantreiben können und gut mit den fremden Projektmitglieder gut harmonieren. Da half mir mein Bonus wohl nur wenig.

Doch einige Tage später hatte ich die Zusage in meinem Emailpostfach. Von da an starteten die Vorbereitungen. Sparbuch plündern, Teamtreffen, Pass und Visum beantragen und um Impfungen kümmern. Letzteres ist leider immer noch ein Fail. Da ich mich aus logistischen Gründen bei meinem Hausarzt impfen lassen, und nicht beim empfohlenen Tropenarzt, wollte, muss ich den Impfstoff selbst besorgen. Und ohne Witz, in ganz Europa gibt es vor Anfang 2013 keinen Tollwut und Typhus Impfstoff mehr. Das nervt mich immer noch. Aber normalerweise sollte es trotzdem klappen. Alle anderen Impfungen sind zum Glück soweit durch.

Diese wunderschönen Tiere erwarten uns u.a in Madagadkar
Bild: C.Michael Hogan, Wikipedia

Der Dezember wurde dann durch die Fünffachbelastung (vorgezogene Prüfung, Madagaskar, ich hab wieder mit Sport begonnen, Arbeit und meine Blogprojekte) wohl wieder etwas zu viel. Auf dem Geburtstag meiner Schwester und dem unglücklichen Zustand, dass dort fast ausschließlich glückliche Paare (in meinem Alter) die schon teilweise eine Familie gründen, waren, ist mein Betrunkenes-Ich wieder ein bisschen durchgedreht.
Trotz allem Erreichten ist doch die Angst, das Ziel die Traumfrau zu finden und mit ihr und Kinder glücklich zu werden nicht von der Hand zu weisen. Keine Ahnung, warum ich mir da alle halbe Jahr so einen Druck mache :)
Auf jeden Fall endete der Abend mit einem blauem Auge (buchstäblich), das im Nachhinein herausgefunden, zum Glück nur durch einen Sturz passiert ist.
Ich brauche solche Abende wohl, um wieder in die Spur zu kommen. Von da an lief wieder alles gut. Sportlich geht es aufwärts, meine Bachelorarbeit wurde endlich korrigiert und die Note kann sich sehen lassen. Auch die zwei Treffen mit meinem Madagaskar Team waren super (Raclette essen bei mir, Glühweintrinken bei der Leoni) und die vorgezogene Prüfung lief ziemlich gut.

Ausblick 2013

Weihnachten war super, meine Schwester hat mir meinen Party-Crash zum Glück verziehen und beim Verfassen dieses Textes wird mir erst klar, was ich dieses Jahr alles erlebt habe und wie ereignisreich 2013 wohl werden wird. Silvester wird dieses Mal bei einem Kumpel in Belgien gefeiert mit anschließendem 4 Tages-Aufenthalt. Im Februar geht es 5 Wochen nach Madagaskar, danach wird das Projekt Selbstständigkeit vorangetrieben. Und wenn alles glatt geht, starte ich im Sommersemester mit meiner Masterarbeit.

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