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Samstag, 8. Juni 2013

Das Dungeon and Dragons Desaster

Am Mittwoch hat mich mein Mitbewohner nach dem Joggen unter der Dusche in einem schwachen Moment erwischt und mich gefragt, ob ich am Freitag Zeit hätte für eine Runde D&D.

Man mag es kaum glauben, aber ich als so eine Art Nerd habe noch nie das Spiel der Spiele für alle, die nur mit dem Lichtschutzfaktor 50 im Winter aus dem Haus dürfen, gespielt. Deshalb dachte ich mir, schaden kann es ja nicht.

Als ich Freitag Mittag mich ein wenig einlesen wollte, hat mich die Pathfinder-Anleitung ein wenig traurig und auch ein bisschen wütend gemacht, da sie umfangreicher ist, als mein Ordner für letztes Semester. So war ich dann mal wieder ein wenig unkreativ und hab mich für das entschieden, was ich bei Rollenspielen am Besten kann: Draufhauen. 

Während wir in der Vorstadtidylle den Grill angeschmissen haben, wurde gleichzeitig der Charakterbogen von jedem ausgefüllt.




Und so fanden sich also ein Halbling, ein Magier, ein Waldläufer und ein Halbork (ich) aus den unterschiedlichsten Gründen in einem 1.000 Seelendorf in einem kleinen Wirtshäuschen ein. Der Waldläufer war beispielsweise Fichtensüchtig und suchte nach Fichtenwäldern, während der Halbork nachdem seine Mutter an Orkkrebs gestorben und bei ihr anscheinend jeder reinhalten durfte, auf der Suche nach seinem Vater war.

Der Halbling und der Magier suchten Auskunft nach neuen Abenteuern und erfuhren, dass es wohl einen Tempel gibt, in dem es spukt. Auf der Suche nach Mitstreitern versuchte der charismatische Kleinwüchsige auf den Tisch zu springen und fiel volle Kante auf die Fresse. Dies konnte er aber gekonnt überspielen und fand mit dem Halbork Lisigav und dem stinkendem Fichtensüchtling zumindest Kampfunterstützung mit dem Versprechen, dass es dort sicherlich Gold gäbe. 

Der Wirt, der bis dahin wohl selbst nicht geklaubt hätte, dass er später noch zum Hauptdarsteller wird, kassierte von jedem 3 Kupfer ab und wünschte viel Glück bei der Reise. Wie es der Zufall so will, lag nicht weit von dem Weg zum Tempel entfernt ein Wagen vollgeladen mit, wie sich später herausstellte, Schafspelzen und da - ein Pfeil flog an der Gruppe vorbei. Während der Halbling und der Zauberer die Flucht nach vorne in Richtung Wagen antraten und der Waldläufer sich hinter einem Baum verschanzte, versuchte Lisigav erst einmal die Lage zu checken und den Angreifer, nachdem er einen Pfeil in die Brustpanzer bekommen hat (ohne Schaden), zu vertreiben. 

Das gelang auch, nur stellte sich die Flucht zu dem Wagen als Fatal heraus, da dahinter ebenfalls zwei Gestalten, die sich später als richtige Orks zu erkennen gaben, lauerten.


In einem Verzweiflungsakt versuchte der Halbling den ersten Ork zu entwaffnen und sprang elegant vorbei. Die darauf folgenden Angriffe nahmen den Halbling so mit, dass er sich im Laufe des Gefechts unter dem Wagen versteckte. Der mit einer Armbrust bewaffnete Zauberer ging ein paar Schritte zurück und ging in Angriffshaltung, während sich der Halbork Richtung Zauberer bewegte. In der Zwischenzeit flog der gefühlt zwanzigste Pfeil des Waldläufers am Ziel vorbei, die Orks haben dem Zauberer die Gedärme rausgerissen und der Halbork tat das, was er am besten konnte. 

Als sich der Halbling entschloss doch noch via Hinterhalt einen Angriff versuchte verlor er seinen Dolch, der dann im Wagen feststeckte - während wieder ein Waldläufer-Pfeil vorbeiflog war es dem Würfelglück geschuldet, dass Lisigav nicht nur den zweiten Ork, sondern auch dem dritten aus dem Wald kommenden Angreifer in der Mitte gespalten hat. 

Das Resultat, des ersten Gefechts: Ein Halbork mit nur noch 4 HP, ein wieder stabilisierter Zauberer, der nicht mehr viel anrichten hätte können, ein Halbling mit ich glaube 2 HP und ein Waldläufer, der nicht mit seinem Bogen umgehen kann. Also zurück in die Stadt um erst einmal die Wunden zu flicken, doch es ward Dunkel, also musste eine Fackel her um aus dem dunklen Wald zu entkommen. 

Da nur Lisigav Fackeln und ein Zündholz dabei hat, welches Unmengen an Gold kostete, forderte er die Anderen auf, sich an den Kosten zu beteiligen, schließlich haben diese ihn in diese missliche Lage gebracht. Doch der Halbling mit seinem Zaubererfreund weigerten sich, während der Waldläufer versprach die Hälfte seines Anteils des vermeintlichen Schatzes mit dem 1/2-Ork zu teilen. Und dann eskalierte es. Nach einem Wortgefecht, griff der Halbling Lisigav an, zog aber nur 2 HP ab. Mit letzter Kraft rammte dieser den kleinen Bimpf in den Erdboden. 

Und so zogen der stinkende Fichtenliebhaber und eine vom Kampf gezeichnete Grünhaut gen Stadt um dort etwas Schlaf und Heilung zu finden. Die anderen Zwei schlufen in dem Wagen und leckten ihre Wunden. Am nächsten Tag trafen sich die glorreichen Vier wieder im Wirtshaus, der Halbling und der Zauberer waren eindeutig auf Rache aus und so kam es zu einem weiteren Fight, als der Halbling süffisant nach einem Zündholz verlangte. Während der Halbling versuchte mit letzter Kraft den Halbork zu töten und der Wirt eine Warnung aussprach, hatte der Waldläufer diesmal mit seiner Nahkampfwaffe mehr Glück und traf den Halbling empfindlich in den Magen.

Seriously?!
Mein Blick, als mich der Halbling zum zweiten Mal angriff
Der Wirt rasselte völlig aus, während die Tür aufging und der Magier einen Feuerball zur Begrüßung in seinen Laden feuerte. Dies erwiderte der tapfere Geschäftsmann mit einem Bolzen, der sich zum Headshot verwandelte und so ging der Zauberer ein weiteres Mal down, während der Halbork auf den Gnadenstoß des Halblings verzichtete und gemeinsam mit dem Waldläufer aus dem Wirtshaus schritt um auf Shoppingtour zu gehen. Währenddessen schnappte sich der Halbling die Armbrust seines am Boden liegenden Gefährten und versuchte noch mit letzter Kraft den Grünling in den Rücken zu schießen und verfehlte. 

Der 0,5-Ork und Stinki machten sich nach einer kleinen Einkaufstour auf den Weg um zu erkunden, was sich denn auf dem Pfad hinter dem liegengebliebenen Wagen befand. In der Zwischenzeit raubte das Duo-Infernale den Wirt aus, was ihnen trotz ihren Verletzungen gelang. 

Hinter dem Wagen befand sich etwas mit Palisaden befestigtes und von Ork bewachtem. Vermutlich der Tempel. Der Waldläufer und der Ork schafften es nicht mit den Orks zu verhandeln und hätten in den Kampf gemusst, deshalb erkundeten sie erstmal die Gegend. Mit der Geldkassette bewaffnet gingen der Zauberer und der Halbling wieder Richtung Wagen um sich auszuschlafen, das wurde ihnen nach einer Zeit zu langweilig und so gingen sie dann zum Landvogt und haben von ihm die Aufgabe bekommen, die Schafspelze wieder in die Stadt zu bekommen um eine Ausrüstung gegen die Orksäuberung zu erhalten.

Während der Waldläufer leider aufgrund akuten Durchfalls im Wald zurückgeblieben ist, trafen sich der Halbork, der Halbling und der Zauberer wieder am Wagen. Da das Duo es nicht alleine geschafft hat, den Wagen zu ziehen, baten sie Lisigav ihnen für drei Kupfer zu helfen. Das war ihm zu wenig und so versuchten sie es weiter alleine. Als es dem grünheutigen Halbriesen zu bunt wurde, zerstörte er einen Reifen um seine Verhandlungsposition zu stärken. Das führte zu einem dritten Angriff des Halblings auf den voll geheilten Lisigav. Wie es ausging brauche ich denke ich nicht zu erwähnen. Und so endete unser D&D Abend.

Und die Ende von der Geschichte: Wir haben sieben Stunden Dungeon and Dragons gespielt, haben nicht einmal den Anfang der Geschichte geschafft und sind nicht einmal irgend ein Level aufgestiegen. Hätte es kein Bier, keine Shisha und kein Gegrilltes gegeben hätte ich wohl wie Arthur in King of Queens reagiert:


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