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Montag, 26. Januar 2015

Feierei in Pilsen

Da die Paintball Generalprobe Ende November so gut geklappt hat und Alex überraschenderweise an dem Tag keine Zeit hatte, wurde kurzerhand beschlossen, seinen 30. Geburtstag auch mit wilder Ballerei zu feiern, bevor die Arthritis solche Späße zunichte macht. Da ich an dem Wochenende ebenfalls Geburtstag hatte, bot sich das auch für mich ganz gut an.
Unsere Gruppe

Dieses Mal ging es allerdings nicht in den beschaulichen Vorort Myto, sondern direkt in das 168.000 Einwohner große Pilsen, inklusive Übernachtung. Samstag Mittag startete die Reise und bis auf ein paar panische Anrufe, da keiner seinem Navi so recht traute war die Anfahrt relativ unspektakulär. Am Dreisternehotel Victoria angekommen wurde die Paintball-Halle lediglich in einem Plan eingezeichnet, was findbar erschien - Schließlich wird man so ein altes Thermalbad, das nun zur Paintball-Halle umfunktioniert wurde schon nicht übersehen. Denkste ....

Team Schwarz

Mal abgesehen davon, dass der Kringel auf der Karte sich über ein ganzes Viertel erstreckte, war er auch noch auf der falschen Straßenseite gezogen. Genius! Nach herumtelefoniererei und herumgesuche haben wir das Gebäude dann doch noch mit einer halbstündigen Verspätung gefunden. Anscheinend ging es der Gruppe, die mit uns zocken sollte ähnlich, denn die kamen erst nach uns an.


Meiner einer beim Campen

Die Einweisung verlief ähnlich knapp und verständlich wie in Myto, allerdings mit einem Zusatz: Nicht auf das Nachbargebäude schießen, das ist die örtliche Polizei, da gibts Ärger. Dass man aber quasi auf deren Grundstück pinkeln muss, wenn es denn mal zwickt, schien allerdings egal zu sein. Eine richtige Toilette gab es nämlich nicht - Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es ein ehemaliges Thermalbad war.

Achmet das Wiesel

Wie dem auch sei, unsere 17er Truppe hat sich mit deren 8er Truppe vermischt und es wurden zwei Teams gebildet. Da das Gelände in Pilsen schon sehr groß ist, war das blöd Herumlaufen und in Sackgassen hineinrennen fast unausweichlich. Erst ab der dritten Runde wurde es strukturierter, obwohl es doch viel unübersichtlicher als in Myto ist.

Da wird aus Alex dem Gebirgsjäger plötzlich ein Scharfschütze

Das Areal ist größer und es gibt viel mehr Wege, weshalb die Gegner von allen Seiten kommen können. Wenn es in einer Gasse dunkel ist, wird natürlich nicht viel nachgedacht, ob der Gegenüber Freund oder Feind ist (weil das auch recht schwer zu unterscheiden ist). Die Friendly-Fire-Rate war auf jeden Fall extrem hoch. Vom Organisatorischen her kann man allerdings nicht meckern. Wir haben drei Spielmodi gespielt und die versäumte Zeit vom Anfang hinten dran bekommen.

Unterwegs in der Altstadt

Wieder im Hotel angekommen, gings in die Zimmer über die man auch nicht meckern konnte. Der Geruch des Duschgels war zwar eher aus den 80ern, aber ansonsten war das Victoria hübsch und praktikabel eingerichtet.

Anschließend ging es in Richtung Altstadt der europäischen Kulturhauptstadt 2015, obwohl ich wohl auch mit dem Restaurant an der Ecke leben hätte können. Aber wenn man schon einmal da ist ... Allerdings merkte man nach ein paar gelaufenen Minuten, dass auch der Hunger der Anderen recht hoch war, da wir dann doch bei einem Italiener gelandet sind, der von außen nicht sehr einladend ausgesehen hat und mit einem "2 Pizzen bestellen und eine gratis Cola erhalten" Schild geworben hat. Das Image bestätigte sich jedoch nicht, da es innen für ein italienisches Restaurant recht nobel eingerichtet war.

Man sieht zwar nicht viel von der Einrichtung,
ein besseres Bild habe ich aber nicht

Zu Beginn der Tour haben wir alle noch Euros in Tschechische Kronen gewechselt, weil es hieß, man könne fast nirgends mit Euros bezahlen, was wir allerdings nicht so recht glauben konnten. Deshalb wechselte jeder auch nur 50-100 Euro, ich entschied mich für die goldene Mitte.
Ein Euro ist derzeit 27,8 Kronen wert, was natürlich auch nicht das praktischste zum Umrechnen ist. Wann dort der Euro eingeführt wird, ist übrigens noch in der Schwebe: Geplant ist zwischen 2017 und 2019.

Beim Italiener bekam man erst einmal ein Gefühl, wie viel hier so das Essen und Trinken kostet - NIX. Vorspeise, Hauptgericht, zwei Bier und ein Eiskaffee haben mit Trinkgeld rund 13€ gekostet.

Auch in der Kneipe danach war das Bier mit 38 Kronen doch sehr bezahlbar, leider war kurz nach 12 Uhr und einem gezwungenen Geburtstagsständchen für mich schon Zapfenstreich. Ich denke eine Kneipentour durch Pilsen könnte sich durchaus lohnen. Die Kneipe in der wir zufällig waren, war sehr schön eingerichtet, war nicht zu voll und auch nicht zu leer. Viel angenehmer als in dem immer überfüllteren Regensburg unterwegs zu sein.





Das gleiche Bild zeichnete sich ab, als wir in dem Club Pantheon angekommen waren. Trotz überschaubaren Eintrittspreis von rund 50 Kronen sind wir unseren deutschen Spartugenden treu geblieben und sind eigentlich nur in genau diesen Club gegangen, weil wir einen Gutschein für kostenlosen Eintritt beim Paintball erhalten haben.


Schmeiß die Kronen durch den Club


Diese Eigenschaft änderte sich allerdings mit steigendem Alkoholpegel, als man mal wieder sah, wie Geld den Charakter ändert (ich möchte nicht verdirbt schreiben).
Wir beim Geld ausgeben im Club

Ein Longdrink kostete 105 Kronen, wobei je später der Abend, es dann auch schon einmal 200 wurden. Aber man muss auch sagen, die Mädels haben sich auch sehr gut angstrengt und sich den Obolus verdient.


Während man hierzulande an der Bar betteln muss, damit man einen 12€ Cocktail bestellen darf, musste man dort nur an die Bar gehen und alle vier Mädels wussten noch, was man zuvor bestellt hat. Auch gab es nicht ein Verständigungsproblem, obwohl das Sprechen von Stunde zu Stunde schwerer viel.



Wie es sich für einen ordentlichen Abend gehört, durfte auch eine Schlägerei nicht fehlen, die ausnahmsweise nicht von uns angezettelt wurde ;) Eine Gruppe Asiaten haben sich mit einem vermeintlichen Tschechen angelegt. War es anfangs noch harmloses Geschubse eskalierte es dann relativ schnell. Einer der Asiaten ist mit der Flasche auf den Anderen losgegangen, der blöderweise neben mir stand. Dank meiner Bullet-Time-Ansicht konnte ich aber noch geschickt ausweichen, während der Angreifende zwar geschafft hat, die Flasche auf dem Kopf seines Gegenübers zu zerbrechen, dann jedoch selbst auf die Fresse flog, weil Bein/Handkoordination wohl doch nicht so seins zu sein schien.



Danach wars auch schon vorbei, die Beteiligten verließen den Club und alle tanzten als wäre nichts gewesen. Am nächsten Tag beim Frühstück im Hotel erfuhren wir, dass der, der die Flasche auf dem Kopf bekommen hat, aus der anderen Paintball-Gruppe war. Es ging wohl, wie so immer um eine Frau bei der Geschichte. Das Nähen im Krankenhaus ging nur per Vorkasse, wobei sie bei der Rechnung über 90€ schon ordentlich schlucken mussten... Bis der Arzt verwundert den Geldhaufen betrachtete und Kronen draus machte. So hat auch der Arzt noch ein bisschen Trinkgeld verdient.



Während wir weiter im Club unseren schlechtesten Stiefel aufs Parkett legten, versuchte Jonsen sich weiterhin mit den gesamten anwesenden Leuten zu befreunden, bis er zwei großgewachsenen Gangstern ihre Desperados ausschüttete. Bevor diese sich jedoch großartig aufregen konnten, hatten sie auch schon 200 Kronen in die Hand gedrückt bekommen und waren wenige Sekunden später glücklich mit vier Despos auf der Tanzfläche zurück.



So ging es bis spät am Morgen, bis wir mit dem Taxi ins Hotel fuhren, die Fahrt 67 Kronen kostete und Achmet den Abend mit dem Satz "Hier, 200, passt" beendete.

Am nächsten Tag gabs noch ein Eis und wir fuhren nach Hause. Ein rundum gelungenes Wochenende ging zu Ende - Danke an alle Beteiligten!

Yeah, EIS!



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